Energieversorgungskonzepte für klimaneutrale Logistikzentren (ELogZ)

Die Logistikbranche gewinnt in der heutigen Gesellschaft immer stärker an Bedeutung. Innerhalb dieser Branche wiederum nimmt der Anteil temperaturgeführter Transporte, von Pharmazeutika, frischen Lebensmitteln und weiterer empfindlicher Waren, stetig zu. Der Betrieb von mobilen Kühlaggregaten erfolgt üblicherweise mit fossilen Brennstoffen, sodass sich hier ein enormes Potential zur Einsparung von CO2 Emissionen ergibt.

Ziel dieses Projektes ist die Entwicklung eines CO2 armen Energieversorgungskonzeptes für Logistikstandorte mit dem Schwerpunkt temperaturgeführter Transporte, sowie die Demonstration des Konzeptes am Standort der PANEUROPA Transport GmbH in Bakum.

Projektbeschreibung

Durch den konsequenten Einsatz erneuerbarer Energien in allen Bereichen entstehen organisatorische und ökonomische Bedürfnisse, den Einsatz – insbesondere lokal verfügbarer Energiequellen – sektorenübergreifend zu planen und zu disponieren. Logistikzentren sind hier ein aktuelles Beispiel für die Herausforderungen der Sektorenkopplung im Kontext der Energiewende und dem Weg zur Klimaneutralität. Im Bereich der Sektorenkopplung Strom-Wärme sind Büro- sowie Wohngebäude, Fahrzeugwaschanlagen und Kühlhäuser die dominierenden Energieverbraucher. Die Sektorenkopplung Strom-Verkehr adressiert neben elektromobilen Bedürfnissen von Mitarbeitern insbesondere die hohen Energiebedürfnisse des ruhenden Kühllastverkehrs (Konditionierung, Vorkühlung, Einhaltung von Kühlketten) sowie die Energieversorgung der Fahrerkabine in Ruhezeiten. Ziel des Projektes ist eine CO2 Reduktion des ruhenden Kühllastverkehrs unter Nutzung von Flexibilitätssynergien mit der Energieversorgung des Logistikzentrums.

Abb.: Liegenschaft in Bakum

Projektkonsortium

Das europaweit agierende Speditions- und Logistikunternehmen PANEUROPA Transport GmbH praktiziert seit einigen Jahren erfolgreich die Umsetzung unterschiedlichster Klimaschutz- und Klimaanpassungsprojekte. So gewann PE 2010 den Preis „umwelt unternehmen: Nordwest“ in der Kategorie Logistik. Prämiert wurde in diesem Zusammenhang die Implementierung des kombinierten Verkehrs in die Unternehmensstrukturen. Durch die Verlagerung der Transporte von der Straße auf die Schiene können über 70% CO2-Emissionen eingespart werden. Des Weiteren wurde PE 2012 mit dem Preis „Fit für den Klimawandel“ ausgezeichnet. Dabei entwickelte das Unternehmen Klimaanpassungsstrategien, die sodann durch ein Förderprojekt des DAS (Deutschen Anpassungsstrategien) spezifiziert werden konnten.

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Die Schulz Systemtechnik GmbH gehört zu den führenden Entwicklern von Automatisierungslösungen für verschiedenste Branchen. Dabei vereint das Unternehmen alle drei Disziplinen der Automatisierungstechnik – von der Mechanik über die Elektrotechnik bis zur Informatik – und bietet so die gesamte Wertschöpfungskette aus einer Hand. Entwickelt werden speziell auf den jeweiligen Kundenwunsch zugeschnittene Lösungskonzepte für Unternehmen vom Mittelstand bis zur Großindustrie. SST besitzt über 60 Jahre Erfahrung in der Industrie- und Gebäudeautomation bei der Umsetzung von Automatisierungslösungen sowie im Bereich der Energieverteilung und Installationstechnik. Sowohl die Integration von Kundenspezifischen- und Standardlösungen sind dabei unsere Aufgaben. Die Erfahrungen, die bei der Entwicklung von dem Bau von Elektro-Tankstellen gewonnen wurden, fließen in die Gestaltung der elektrischen Infrastruktur für den ruhenden Kühllastverkehr ein.

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Die ecco ecology + communication Unternehmensberatung GmbH hat einen wesentlichen Beratungs- und Forschungsschwerpunkt im Kontext des Nachhaltigkeits-, Umwelt- und Energiemanagements und hat langjährige Erfahrungen im Bereich der Moderation unternehmerischer Change-Prozesse. ECCO hat bereits zahlreiche Organisationen bei der Konzeption und Entwicklung neuer Geschäftsfelder und -modelle beraten, innovative Unternehmensleistungen mitentwickelt und bis zur Marktreife gebracht. ECCO ist und war Partner in zahlreichen universitären Forschungsprojekten. Dabei wurden beispielsweise Wege zum nachhaltigen Konsum, innovative Geschäftsmodelle, Projekte zur Entwicklung nachhaltiger Zukunftsmärkte bis hin zur Kommunikationsstrategien erarbeitet.

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Die KEHAG Unternehmensgruppe ist ein bundesweit tätiger Partner von Geschäftskunden im Energiemarkt. Die KEHAG Energiehandel GmbH liefert Strom und Erdgas an Geschäftskunden. Ferner übernimmt die Gesellschaft
die Direktvermarktung von Strom aus Windkraft- und Solaranlagen nach dem EEG. Die KEHAG Messtechnik GmbH unterstützt Geschäftskunden bei ihrem Energiemanagement durch die systematische, vollständige und zeitnahe Erfassung der Strom- und Gasverbräuche im Rahmen des bundesweiten Messstellenbetriebes für Energieanlagen. Die IELO Innovative Energielösungen Oldenburg GmbH errichtet und betreibt Anlagen zur Strom- und Wärmeproduktion für Industriekunden, um Energiekosten durch z.B. Kraftwärmekopplung zu senken und höhere Versorgungssicherheit zu erreichen, und errichtet und betreibt darüber hinaus Ladeinfrastruktur für Elektroautos.

KEHAG als Energieversorger verfügt sowohl über das energie-, betriebs- und volkswirtschaftliche Know-how als auch über die technischen Kenntnisse welche im Rahmen dieses Projektes notwendig sind. Über die Abteilungen „Dezentrale Erzeugung“ und „Business Development“ bietet KEHAG dezentrale Versorgungslösungen und Ladeinfrastruktur am Markt an. Dabei hat die KEHAG bereits mehrere klassische Contracting-Projekte (u.a. auch mit hybriden Energieversorgungskonzepten) sowie einzelne Projekte im Bereich E-Mobility (öffentliche und nichtöffentliche Ladeinfrastruktur) projektiert und umgesetzt.

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Die Abteilung für Wirtschaftsinformatik / Very Large Business Applications unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Jorge Marx Gómez ist zentraler Partner für die Konzeption und die technische Umsetzung der nötigen innovativen Mobilitätslösungen in Form von Informationssystemen für Anbieter und Endkunde. Aktuell koordiniert der Lehrstuhl das Projekt „Nachhaltige Erfüllung von Mobilitätsbedürfnissen im ländlichen Raum“ (NEMo), dass insbesondere Stadt-Land-Mobilität untersucht und zum Ziel hat die Erreichbarkeit von Arbeits- und Ausbildungsplätzen, Schulen, Gesundheitszentren sowie Freizeitmöglichkeiten aus dem ländlichen Bereich zu gewährleisten. Insbesondere im Bereich der Mitarbeitermobilität sind hier Schnittstellen zu ELogZ zu sehen. Aktuelle Herausforderungen, getrieben durch die Integration dezentraler Energieressourcen in das Top-Down konzipierte Elektrizitätsnetz, werden durch den Einsatz disruptiver Technologien angegangen (Projekt „Empower Generations“). Das abgeschlossene Projekt „IT-for-Green“ hatte zum Ziel, mit Mitteln der Informationsverarbeitung Unternehmen und ihre Prozesse umweltfreundlich(er) zu gestalten. Dafür wurden spezielle betriebliche Umweltinformationssysteme (BUIS) entwickelt, welche Wissensgrundlagen für ELogZ bilden.

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Das DLR – Institut für vernetzte Energiesysteme e.V. erforscht und entwickelt Technologien und Konzepte für die zukünftige Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energien. Im Fokus steht die Herausforderung, aus wetterabhängiger dezentraler Erzeugung stabile und effiziente Energiesysteme zu gestalten. Dieser Transformationsprozess wird unter Berücksichtigung der Aspekte „Defossilierung“, „Dezentralisierung“ und „Digitalisierung“ erforscht. Als Einrichtung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR e.V.) beschäftigt das Institut derzeit rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In den Abteilungen Stadt- und Gebäudetechnologien, Energiesystemtechnologie und Energiesystemanalyse liegt der Fokus auf systemorientierten Fragestellungen zur intelligenten und effizienten Verknüpfung der Sektoren Strom, Wärme und Mobilität. Betrachtet werden Systemebenen von der Einzelanlage über das ‚smarte‘ Gebäude bis hin zu vernetzten Wohnquartieren, Städten sowie gewerblichen und industriellen Liegenschaften.